Froschhumpen – Eine Familiengeschichte – Familie Froschhumpen während der Industriealisierung

Die Jahrhunderte vergingen, und das Adelsgeschlecht derer zu Froschhumpen hatte es aufgrund von diversen Anti-Aging-Programmen geschafft, die beschwerliche Reise von Tansania zu den Masuren auf sich zu nehmen. Ihr Wunsch war es, das Land der vielen tausend Seen mit ihrem Clan zu bevölkern und Halbpension mit einem ostpreußischen Abend zu buchen!

Die Froschhumpens – ein Adelsgeschlecht als Weltverbesserer!

Dass dieser Wunsch in die Zeit der Industrialisierung fiel, kam ihnen gerade recht, denn so konnten sie ihrem innovativen Gedankengut freien Lauf lassen. Unter dem Motto „Alt werden ist nichts für Feiglinge“ kamen sie mit faltenfreien Gesichtern ohne graue Haare in Masuren, Ostpreußen & Pommern, an und bemerkten schnell, dass aber im dynamischen England der Bär steppte. Deutschland hatte, wie eh und je, die Zeichen der Zeit ein wenig verschlafen! Ein Glücksfall also, dass die Froschhumpens endlich da waren und die Geschicke in ihre adligen Hände nahmen…

Liebe Verwandtschaft, packen wir´s an!

Beim ersten Dinner in der neuen Heimat ließ sich Fridolin von Froschhumpen dann auch nicht lange bitten, ein paar eindringliche Worte an seine aristokratische Bagage zu richten: Mit den Worten: „Ein großes Jahrhundert liegt bereits hinter uns, aber das größte gestalten wir jetzt mit.“ – sprach er seinem Froschhumpen-Clan aus der Seele, die fleißig Verbandsmaterial für die Blasen an ihren Füßen sammelten, denn um das Jahr 1800 gibt es in Old Germany keine einzige Eisenbahntrasse.

Es ist überhaupt eine ganz wilde Zeit, die Grünen halten sich noch im Hintergrund, aber die Fabrikschlote rauchen genüsslich vor sich hin. Die Spekulanten sind auf dem Vormarsch, denn auch an den Börsen wird alles auf Sieg gesetzt. Plietsch, wie die jetzige Generation derer von Froschhumpens ist (Man(n) hatte sich schließlich verwandtschaftlich Mühe gegeben, und zarte Bande zu anderen Adelshäusern geknüpft…), erkennen sie schnell – hier sind sie am richtigen Platz, hier werden sie gebraucht!

Es werde Licht bei den Froschhumpens!

Ihnen ist sprichwörtlich ein Licht aufgegangen, ein Licht, das ihnen schon in Form von Glühbirnen begegnet. Dennoch ist die Gefahr, unter die zeitgeschichtlichen Räder zu kommen, in dieser neuen, aufregenden Zeit, sehr groß…

Deutschlands Wirtschaft – ein Dornröschenmärchen!
Alle Zeichen in Deutschland stehen auf Schlaf – GÄHN, GÄHN!
Die allermeisten Menschen arbeiten damals, jahrein & jahraus, auf dem Feld, weil das Handwerk sich starren Zunftschranken unterworfen hatte, unter denen es jetzt leidete. Viele arme Familien versuchten, mit Spinnen oder Weben, in mühsamer Heimarbeit, ihr Auskommen zu verbessern. In England dagegen bietet sich ein ganz anderes Bild. Hier blickt man innovativ in die Zukunft, denn die erste industrielle Spinn-Maschine hat gerade das Licht der Welt erblickt. „Spinning Jenny“ treibt die Textilproduktion immer neuen Rekorden entgegen. Dampfmaschinen haben inzwischen die Kohleförderung übernommen, und dank der englischen Kolonien, die Übersee zu bieten hat, gibt es für all diese verlockenden Produkte der Industrie auch mehr als eine Handvoll Abnehmer.

Diese Unterschiede lassen auch die Gräben in den verwandschaftlichen Beziehungen derer von Froschhumpen tiefer und tiefer werden. Schließlich wandert Otokar der Liebe mit Mathilda-Julia-Sophie und Klein-Otto nach England aus, um dort eine Fabrik zu gründen…

Und in Deutschland? Hier kann man sich natürlich mal wieder nicht einigen. Eine zersplitterte Nation, der nicht mal ein gemeinsames Staatsgebiet zuzuordnen ist, liegt wegen einheitlicher Maße, Gewichte und Währungen im Clinch. Alles richtig gemacht, Otokar!

Der Otokar von den Froschhumpens macht´s!
Otokar schwamm in England auf der Welle des Erfolgs, denn hier beginnt die Industrialisierung sozusagen von unten, ist ein Werk technischer Tüftler und wagemutiger Investoren wie Otokar.

1835 endlich fährt Otokar mit der Kutsche nach Nürnberg, um von dort den ersten Zug nach Fürth zu nehmen, der gerade in Betrieb genommen wurde. Er, der Erfolgreiche, möchte sich einmal nach seiner popligen Verwandtschaft in Deutschland erkundigen, und ihr ein wenig auf die Sprünge helfen…

Froschhumpens Erfüllung?

Aber, siehe da, aus dem einstigen Spätzünder Germany ist ein Industriewunder geworden, das nur auf Pioniere aus dem Adelsclan gewartet hatte. Erfolge werden bei dicken Zigarren, schottischem Whiskey und Schweizer Schokolade gefeiert, und Cecilia, die Schmächtige, hat schon längst ein Auge auf Otokar geworfen…

Aber die neue Zeit scheint auch neue Zwänge zu erzeugen, denn Otokar´s Augen funkeln nicht nur wegen Cecilia, der Schmächtigen, sondern auch, weil er längst zum Sklaven seines Geldes wurde. Die von Froschhumpens machtgierige, profitsüchtige Banker? Ja leider, aber das ist eine andere Geschichte, die bis in unsere Gegenwart reicht…